Samstag, Juli 23, 2011

Supermarkt

Während meines Studiums habe ich halbtags in einer Bäckerei gearbeitet, die an einen kleinen Supermarkt in der Nähe der Innenstadt angeschlossen war. Mir fiel schon früh auf, dass vor dem Eingang immer die gleichen düsteren Gestalten herum lungerten und auf kleine Gaben hofften. Eine Erklärung dafür war sicherlich die Tatsache, dass das Sozialamt nur etwa 30 Meter entfernt war. Ein anderer ausschlaggebender Punkt könnte aber wohl auch der Deal gewesen sein, den der Filialleiter mit der sympathischen Clique ausgehandelt hatte. Wenn diese nämlich abends dafür sorgte, dass vor den Eingangstüren das Laub und der angefallene Müll weggefegt wurden, gab es als Belohnung einen Kasten Bier. Der Pfand musste in unserem Supermakt dann wieder abgegeben werden. Das gehörte auch zur Abmachung und garantierte uns die ständige Anwesenheit der Herren, denn sie waren praktisch veranlagt und tranken die Flaschen einfach direkt vor Ort.

Donnerstag, Juli 21, 2011

Lesbische Liebe

Vor einigen Wochen musste ich in einer Abteilung aushelfen, in der ich mich kaum auskannte.
Gerade hatte ich meine Schicht angefangen, als ein langer, schlacksiger Mann auf mich zukam und fragte: "Sagen Sie, haben Sie auch Bücher über Homesexualität da? Speziell über die lesbische Liebe?"
Ich hatte eine leise Ahnung, wo wir solche Bücher haben könnten, lief los und hoffte inständig, dass sich das Ganze nicht zu einem Beratungsgespräch entwickeln würde. Der junge Mann folgte mir und führte seine Gedanken noch ein wenig aus: "Also eigentlich suche ich etwas, was den Frauen das Ganze erklärt, wissen Sie. Eher wie ein Sachbuch... Ich habe eine Freundin, die sich das nicht so recht vorstellen kann. Und ich brauche eine hilfreiche Lektüre dazu..."

Donnerstag, Juli 14, 2011

Vorstellungsgespräch

Im letzten Jahr hatte ich einige Vorstellungsgespräche. Eins von ihnen hat mir besonders gut gefallen.

Es war am Tag der Loveparade und nur einige Kilometer entfernt von Duisburg in einem kleinen Kaff, dessen Namen ich vorher noch nie gehört und im Anschluss auch gleich wieder vergessen hatte. Es ging um eine Ausbildung zur Buchhändlerin, die ich nach meinem Abschluss in Erwägung gezogen habe.

In der Buchhandlung angekommen wurde ich gleich mit eingespannt und durfte die Ladenschließung kreativ mitgestalten, indem ich die Präsentationstische von draußen reinschob und die Schirme abspannte. Ich persönlich fand mein Engagement wirklich vorbildlich.

Mittwoch, Juli 13, 2011

Fashion

In den letzten Tagen habe ich mich ein wenig im Internet umgesehen und musste feststellen, dass sich meine Traffic-Statistik im Vergleich zu der anderer Blogs doch sehr unterscheidet. An Tagen, an denen ich nichts veröffentliche, schauen etwa vier Personen vorbei, was schonmal nicht schlecht ist, denn vier sind besser als null. Realistisch betrachtet jedoch werden diese vier Personen vermutlich nicht jeden Tag die selben sein, die voller Hoffnung die URL meines Blogs eingeben und auf neue Posts warten, sondern eher zufällig durch eine Google-Suche (zum Beispiel nach einer Alice-Nummer oder dem Zahlenspiel auf kariertem Papier) auf meine Seite stoßen und sie auf Grund des vielen Textes und der fehlenden Bilder ebenso schnell wieder verlassen. Erfreulicher ist die Anzahl der Besucher an Tagen, an denen ein neuer Post erscheint. An diesen geht die Traffic-Kurve immer steil nach oben, um am nächsten Tag gleich wieder abzufallen.